Nicht sehenden Auges in einen neuen Lehrkräftemangel im Landkreis München steuern!

Stellenmoratorium bringt Gymnasien und Mittelschulen in Schwierigkeiten

Die gestrige Pressekonferenz des Kultusministeriums brachte für den Landkreis München mit vielen weiterführenden Schulen eine sehr schlechte Nachricht:

Für das neue Schuljahr ist ein gewaltiger Lehrermangel zu erwarten. Die Ministerin sprach von einer „verschärften Versorgunglage“. Entstanden ist die Diskrepanz zwischen Schüler- und Lehrkräftezahlen durch das von Ministerpräsident Söder ausgerufene Stellenmoratorium, so die Landtagsabgeordneten Claudia Köhler und Dr. Markus Büchler.

„Wir hatten es befürchtet und schon Ende 2024 mit einem Dringlichkeitsantrag gegengesteuert“, so die Haushaltspolitikerin aus dem Landkreis München, Claudia Köhler. „Vom Ministerpräsidenten selbst und den Abgeordneten der Regierungsfraktionen wurde daraufhin versichert, dass bei Schulen und Polizei nicht gespart werde. Gut, dass wir uns da drauf nicht verlassen haben, sondern einen Haushaltsantrag auf mehr Stellen für 2026 gestellt haben. Da muss jetzt nur noch zugestimmt werden.“

Besonders betroffen sind Mittelschulen und Gymnasien – ausgerechnet im prosperierenden Landkreis München mit hohem Zuzug und vielen Schulen eine Hiobsbotschaft. Die Grünen hatten das befürchtet und für die anstehenden Haushaltsberatungen bereits einen Antrag auf 3.000 neue Lehrkräftestellen vorbereitet, davon 2.000 noch im Jahr 2026.

„Volkswirtschaftlich ist es kurzsichtig, jetzt an der Bildung zu sparen“, so Dr. Markus Büchler. „Es braucht nicht weniger, sondern mehr Lehrerinnen und Lehrer, wenn wir Bildungsgerechtigkeit schaffen und unsere Unternehmen mit gut ausgebildeten Arbeitskräften stärken wollen.“ Mehr Quereinsteiger, größere Klassen, Wegfall von Angeboten wie Wahlfächern und „viel Flexibilität vor Ort“ sind für die Abgeordneten keine Lösung.

„Unsere Schulen im Landkreis brauchen keinen „Not-Stundenplan“, sondern auskömmliche Unterrichtsversorgung. Ein großspurig verkündetes Sparprogramm, das trotzdem Luft für teure Adventskonzerte, Pandabären und 110 Mio Euro Fraktionsreserve lässt, darf nicht auf dem Rücken der Lehrkräfte und Schüler ausgetragen werden,“ so die Abgeordneten.

Fatal finden Köhler und Dr. Büchler auch das Zeichen, das an junge Leute geht, die vielleicht den Lehrkräfteberuf ergreifen wollten. „Attraktiver macht es den Beruf sicher nicht, wenn man mit hohem Druck, zu großen Klassen und vielen Ausfallstunden wegen Lehrermangels in den Berufsalltag starten soll.“

Anlagen: Haushaltsantrag 2026 und Protokollauszug Dringlichkeitsantrag 2024