Pfiati-Bussi-Zone und Laufbus

Wie Unterschleißheim nach Lösungen für die Gefährdung durch „Elterntaxis“ sucht

Die Verkehrssituation an der Ganghofer Grundschule in Unterschleißheim hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verschärft. Diesem Umstand widmeten sich am vergangenen Donnerstag der Sprecher für Mobilität der Landtags-Grünen, Dr. Markus Büchler,  sowie die Unterschleißheimer Stadträte Jürgen Radtke, Bernhard Schüssler und Tino Schlagintweit gemeinsam mit den grünen Ortsverbandssprecher*innen Johanna Krichling und Helmut Göbel bei einem Vor-Ort-Termin in der Hans-Carossa-Straße.

Auf Einladung der Grünen Unterschleißheim kamen Anwohner*innen, Eltern, Elternbeirät*innen sowie Vertreter*innen des Hort- und Schulpersonals zusammen, um über die problematische Verkehrssituation insbesondere zu den morgendlichen und nachmittäglichen Stoßzeiten zu beraten. Die Teilnehmenden schilderten eindrücklich, wie der Kraftfahrzeugverkehr im eigentlich verkehrsberuhigten Bereich seit der Errichtung des großen Caritas-Hortneubaus und der Einrichtung der Mittagsbetreuung der Michael-Ende-Schule in der ehemaligen Montessori-Schule erheblich zugenommen hat.

„Die Anwohnerinnen und Anwohner leiden unter Stau, Lärm und zugeparkten Privatparkplätzen bis hin zu blockierten Tiefgarageneinfahrten. Für Eltern besorgniserregend ist die Gefährdung der Schulkinder durch den zunehmenden Verkehr“, fasst Sprecherin Johanna Krichling die Schilderungen zusammen.

Im Anschluss an die detaillierte Bestandsaufnahme wurden verschiedene Lösungsansätze erörtert. Dr. Markus Büchler informierte dabei über die seit 2024 geltende Gesetzeslage und stellte das z.B. in Wien bereits erfolgreich praktizierte Konzept der „Kiss-and-Ride-Zone“ (auf bayerisch auch „Pfiati-Bussi-Zone“ genannt) vor.

„Die temporäre Umwandlung der Straße in eine autofreie Zone zu Schulbeginn und Hortschluss kann die Verkehrssicherheit für Kinder deutlich erhöhen. Durch die Reform des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) und der Straßenverkehrsordnung (StVO), haben die Kommunen in Deutschland nun deutlich mehr Möglichkeiten für verkehrsberuhigende Maßnahmen“, erläuterte der Landtagsabgeordnete. Auch die Reduktion von Kfz-bedingtem Verkehrsaufkommen durch das „Laufbus“-Modell wurde angesprochen.

Die vorgestellten Konzepte stießen bei den Anwesenden auf Interesse, wurden jedoch auch kritisch hinterfragt. Insbesondere die Frage der Kontrolle und Durchsetzung etwaiger Maßnahmen angesichts begrenzter Polizeipräsenz wurde diskutiert.

„Wir nehmen die Anregungen und Bedenken sehr ernst und werden die verschiedenen Ideen in der Stadtratsfraktion weiterverfolgen“, bekräftigte Stadtrat Jürgen Radtke. „Mit dem nötigen politischen Willen und den neuen rechtlichen Möglichkeiten möchten wir Verbesserungen für alle Betroffenen erreichen.“

Die Grünen Unterschleißheim werden die gesammelten Vorschläge nun konkretisieren und in die kommunalpolitische Diskussion einbringen.

Grüne Unterschleißheim