Mehr Nachwuchs fürs Handwerk: Grüne im Landkreis München wollen Pilotprojekt ausbauen
Ein Jahr lang vier verschiedene Handwerksberufe für jeweils drei Monate ausprobieren und so den Weg in eine Ausbildung finden: Das ist die Idee hinter dem „Freiwilligen Handwerksjahr Bayern“, das die Abgeordnete Claudia Köhler mit ihren Kollegen vorschlägt. Der Bedarf ist groß: im Handwerk fehlen tausende Fachkräfte und die Ausbildungsquote liegt im einstelligen Bereich, während jedes Jahr zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben.
Claudia Köhler, Abgeordnete und Kreisrätin, betont: „Gerade in unserem wirtschaftsstarken Landkreis München ist die Fachkräftegewinnung entscheidend für unsere Unternehmen. Der Fachkräftebedarf ist enorm hoch, es pendeln schon jetzt mehr Leute aus der Großstadt in den Landkreis als andersherum. Viele Handwerksbetriebe suchen dringend Nachwuchs. Gleichzeitig interessieren sich viele junge Menschen für praktische Berufe, wissen aber oft nicht, welcher am besten zu ihnen passt. Ein gut organisiertes Freiwilliges Handwerksjahr kann hier Orientierung geben und Betrieben helfen, motivierte Auszubildende zu gewinnen.“
In einem Antrag zum Haushalt fordern die Grünen deshalb 500.000 Euro für zwei Jahre und ein klares Konzept.
Etwa 70 Prozent der Auszubildenden finden ihren Ausbildungsplatz über ein Praktikum. Genau hier setzt das Freiwillige Handwerksjahr an. Köhlers Antrag schlägt deshalb vor, ein strukturiertes Modellprogramm „Freiwilliges Handwerksjahr Bayern“ aufzubauen. Dazu gehören Modellregionen, Koordinationsstellen bei den Handwerkskammern, eine angemessene Aufwandsentschädigung für Teilnehmende sowie eine wissenschaftliche Begleitung.
Das von den Grünen vorgeschlagene Modell orientiert sich am Pilotprojekt der Handwerkskammer Lübeck. Dort lernen Jugendliche innerhalb eines Jahres verschiedene Handwerksberufe direkt in rund 150 Betrieben kennen. Erste Teilnehmende sind bereits während des Freiwilligen Handwerksjahrs in eine Ausbildung gewechselt.
Link zum Änderungsantrag