Eine dreitägige Bergtour durch das wildromantische Verwall im Westen Österreichs führt von Bergsee zu Bergsee mit zwei Übernachtungen auf Alpenvereinshütten. Der Weg ist, wenn schneefrei, völlig ungefährlich. Allerdings liegt zwischen Muttenjoch auf 2620m und der Neuen Heilbronner Hütte oft noch bis Anfang Juli vereinzelt Schnee. Meistens in flachen, ungefährlichen Schneefeldern, nur am Munttenjoch muss man ggf. bissl aufpassen.
Los geht’s vom Hauptbahnhof München mit dem RailJet Richtung Italien, z.B. um 7:32 in der Früh. Du steigst in Innsbruck um in den Nahverkehrszug REX1 Richtung Landeck-Zams und steigst ebendort um in den Bus 260, der ungefähr alle halbe Stunde das Paznauntal Richtung Bielerhöhe hinauffährt. Kein Problem also bei Verstpätungen, der nächste Bus kommt und im Bahnhof gibt es ein schönes Bäckerei-Café! Wenn alles klappt, steigst du um 11:43 in Ischgl Wildpark Silvretta auf 1450m aus und startest die Tour hinauf auf die Friedrichshafener Hütte auf 2150m.
Die Hütten hast du natürlich vorreserviert, wie immer. Niemals ohne reservierten Platz eine Hüttentour planen, die Hütten sind allesamt stark nachgefragt. Der Weg ist steil, direkt und gut markiert. Mit deiner Wander-App (ich bevorzuge eindeutig die tschechische Mapy.cz) findest du alle Wege problemlos. Nach ca. 2,5 Stunden bist du an der malerisch gelegenen Friedrichshafener Hütte angekommen und kannst den Nachmittag am Badesee genießen oder noch in der Gegend herumspazieren. Vielleicht begegnet dir ein Mankei (Murmeltier).
An Tag zwei gehst du Richtung Muttenjoch, anfangs flach am Radweg/Forststraße, bald aber steil hinauf. Das Muttenjoch wirst du nach gut anderthalb Stunden erreicht haben. Vom Muttenjoch bietet sich ein Abstecher auf die Gaisspitze 2779m mit herrlichem Rundum-Blick auf Verwall und Silvretta an. Aber auch am Muttenjoch ist es schön und die Blicke auf beide Seiten und die Bergseen unterhalb vom Joch locken zu einer Rast und Jause.
Vom Joch geht es anfangs steil hinab bis zur Überquerung, eher Durchquerung der Rosanna. Von da mal auf, mal ab durch viele Schneefelder (bei mir Ende Juni) und an weiteren kleinen Lacken vorbei zur Neuen Heilbronner Hütte auf 2300m. Von hier kannst du eigentlich noch am selben Tag über den Rad- und Almweg absteigen. Schöner finde ich es, noch zu bleiben und lieber ohne Gepäck zu einem Abstecher am wunderschönen Scheidsee vorbei zuValschavielsee zu schlendern. Viel schöner, ruhiger und naturbelassener kann eine Berglandschaft in den Zentralalpen kaum sein. Zeit zum Entspannen und Kraft tanken.
Am dritten Tag folgt entspannt der Abstieg über die Fahrstraße Richtung Kops, die man nach einer halben Stunde linker Hand auf einem ausgeschilderten Pfad zur Verbellalpe abkürzen kann. „Unten“, auf 1800m Seehöhe angekommen, kannst du die imposante Staumauer des Wasserkraftwerks Kops bestaunen. Einst das größte seiner Art in Österreich. Erneuerbare Energie, die aber natürlich auch negative ökologische Auswirkungen auf das Wassergefüge in den Hochalpen mit sich bringt. Die Bushaltestelle befindet sich am Gasthaus Zeinisjoch, eine Viertelstunde am Stausee auf der Nordseite entlang. Von dort verläuft die Rückfahrt genauso wie die Hinfahrt.












