(Memmingen, der 24.10.2026) Unter dem Motto „Pünktlich wie die Eisenbahn!“ lud die Fraktion der Bayerischen Grünen am Samstag, den 24.10.2026, zur Regionalkonferenz nach Memmingen ein. Zahlreiche Expertinnen und Experten aus Politik, Verkehrsunternehmen und Verbänden diskutierten gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürger über Lösungen für eine verlässliche und klimafreundliche Mobilität in Schwaben. Vor Ort waren unter anderem Vertreter von Arverio, die DBInfraGo und der Bayerischen Regiobahn (BRB) und Stadtwerke Ulm (SWU).
Jahrzehntelanges Sparen hat die Bahn in Deutschland und damit auch den Nahverkehr in eine tiefe Krise gestürzt. Dadurch rücken sowohl die Verkehrswende als auch die Erreichung der Klimaschutzziele in weite Ferne. „Die Bahn ist das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs in Bayern. Und damit der Schlüssel zur Verkehrswende, also zur Schaffung von alltagstauglichen, attraktiven und zuverlässigen Alternativen zum Auto“, betonte Dr. Markus Büchler, MdL. Dass ein Kurskorrektur zwingend erforderlich ist, darin waren sich die Veranstaltenden einig: die Bundestagsabgeordnete Victoria Broßart (Mitglied im Verkehrsausschuss), der mobilitätspolitische Sprecher Dr. Markus Büchler, MdL, sowie die schwäbischen Landtagsabgeordneten Cemal Bozoğlu, Max Deisenhofer, Eva Lettenbauer und Stephanie Schuhknecht.
Stephanie Schuhknecht, MdL: „In Schwaben gibt es viele Baustellen im Bahnnetz, die unsere Aufmerksamkeit verdienen und weit oben auf der Prioritätenliste stehen müssen. Unser Anspruch ist es als Grüne, dass ländliche Räume sowie Ballungsräume eine gute Anbindung haben, auf die sich die Fahrgäste verlassen können. Neben den Großprojekten der Korridorsanierung und der Neubaustrecke Ulm-Augsburg und der Streckensanierung Augsburg-Olching im nächsten Herbst müssen auch die unzähligen Langsamfahrstellen behoben werden. Dafür braucht es eine verlässliche Finanzierung, die wir für die kommenden Haushalte klar einfordern.“
Breiter Austausch mit Bahnunternehmen und Fachverbänden
Im Mittelpunkt der Konferenz standen drängende schwäbische Zukunftsprojekte:
- Elektrifizierungsprojekte in der Region
- Der Planungsstand der Neubaustrecke Ulm–Augsburg
- Der aktuelle Stand geforderter Strecken-Reaktivierungen (u. a. die Staudenbahn)
Ein zentraler Programmpunkt war die Vorstellung eines Positionspapiers durch Victoria Broßart, MdB, und Dr. Markus Büchler, MdL. Da Deutschland aktuell ein „Plan für die Bahn“ fehle, fordern die Grünen Abgeordneten eine gesetzlich verankerte Bahnstrategie nach dem Vorbild Österreichs, der Schweiz oder Schwedens.
„Wir Grüne wollen Bayern zum echten Bahnland machen. Die Krise der Bahn ist lösbar, die dafür benötigten Werkzeuge liegen auf dem Tisch. Nutzen wir sie endlich!“, unterstrich Broßart bei der Präsentation. Das Papier hält fest, dass eine funktionierende Infrastruktur und eine auskömmliche Finanzierung die Grundvoraussetzung für die Wiederherstellung eines verlässlichen Schienenverkehrs sind. Hierfür sei unter anderem die „Einrichtung eines Eisenbahninfrastrukturfonds zur langfristigen, überjährigen Finanzierung der Eisenbahninfrastruktur“ notwendig, erläuterte Dr. Büchler.