pixabay/luxiatech

Urbane Seilbahnen

Eine Lösung für überlastete Städte?

Eine Seilbahn für Städte? Gibt’s doch nur in den Bergen? Weit gefehlt! Wir GRÜNE bringen die Seilbahn als sicheres, günstiges, schnelles, leises, emissionsfreies und leistungsfähiges Nahverkehrsmittel in überlastete Städte. Damit nutzen wir technische Innovation für die Lösung von Verkehrsproblemen auf besonders problematischen Verbindungen.

Die Seilbahn-Technik hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt und kann sehr schnell sehr viele Menschen transportieren. Und das ganz ohne Fahrplan: In kurzen Abständen kommen immer neue freie Gondeln zum bequemen und barrierefreien Einsteigen. Trotz der Höhe sind Seilbahnen äußerst sichere Verkehrsmittel. Sie sind zudem attraktiv: Ist der Blick aus dem Seilbahnfenster nicht interessanter als der aus der U-Bahn? Günstig, leistungsfähig  – und weltweit erprobt.

Überlastete Metropolen  Südamerikas und Asiens investieren zunehmend in urbane Seilbahnen: Taipeh, Ankara, Medellín, Caracas und viele andere mehr. Auch deshalb, weil sie erschwinglich sind. Die Kosten sind mit (hierzulande) etwa fünf bis 15 Millionen Euro pro Kilometer vergleichbar mit denen einer Straßenbahn-Strecke und betragen nur einen Bruchteil der Ausgaben für eine U-Bahn-Linie. Am günstigsten, dafür relativ langsam, ist eine Ein-Seil-Umlaufbahn.

Auch die Kapazität ist vergleichbar: Eine moderne Drei-Seil-Umlaufbahn bewegt mit Tempo 30 pro Stunde und Richtung 6.000 Menschen. Das schafft eine Straßenbahn kaum. Zwischenstationen sind bei Seilbahnen ebenso wenig ein Problem wie Höhenunterschiede. Neue Straßenbahntrassen scheitern oft am Platz oder sind nicht durchsetzbar. Der Platzbedarf für die Verankerung der Seilbahn-Masten ist hingegen minimal, die Anlagen schnell realisierbar.

Besonders attraktiv sind Seilbahnen für hoch frequentierte Punkt-zu-Punkt-Verbindungen zum Beispiel auf tangentialen Strecken im Umfeld um die Ballungsräume herum. Deshalb erhofft man sich beispielsweise im Landkreis München Lösungen für die fehlenden Tangentialverbindungen im Umland der schnell wachsenden Landeshauptstadt; etwa eine Isartal-Querung oder zwischen Messe und S-Bahnhof Riem.

Bahnlinien sind oft sternförmig auf das urbane Zentrum ausgerichtet. Die meisten Menschen pendeln aber nicht ins Zentrum, sondern zwischen Wohnort und Arbeitsplatz – beides in wachsendem Umfang im suburbanen Umland. Sie können nur wählen, ob sie im Auto oder im Bus im Stau stehen wollen. Wo es keine Bahnringlinie gibt und für Straßenbahnen kein Platz mehr ist, kann eine Seilbahn die Lösung bieten.

Angesichts der Schadstoffbelastung der städtischen Luft sollten die schnell realisierbaren Seilbahnen neuen Aufwind bekommen. In Stadt und Landkreis München sowie im Landkreis Dachau wird die Verwirklichung eines ersten Seilbahnprojektes derzeit (Stand 2019) konkret untersucht und angestrebt.