Mehr Geld für den Igelschutz

Claudia Köhler und Dr. Markus Büchler fordern Millionenoffensive für ein bedrohtes Wildtier

Der Igel gehört für viele Menschen ganz selbstverständlich in unsere Heimat – doch genau diese Selbstverständlichkeit ist längst ins Wanken geraten. Die Landtagsabgeordneten der Grünen fordern deshalb eine deutliche Stärkung des Wildtierschutzes im Landkreis München mit einem klaren Schwerpunkt auf den Igelschutz.

Im entsprechenden Änderungsantrag zum vorgelegten Haushaltsentwurf der Staatsregierung für den anstehenden Doppelhaushalt sollen die Mittel für Naturschutzmaßnahmen von bislang 780.600 Euro um jeweils 5 Millionen Euro in den Jahren 2026 und 2027 erhöht werden – so die klare Forderung. Damit liege man im Übrigen noch weit unter den Kosten, die vom Freistaat für die „Anmietung“ eines Pandabärenpärchens aus China eingeplant sind. 
Die Regierungsparteien CSU und Freie Wähler lehnten den Antrag der Grünen im Plenum diese Woche ab.

„Der Igel verschwindet leise aus unserer Landschaft im Landkreis München – und das darf uns nicht gleichgültig sein“, erklärt Köhler. In vielen Regionen Bayerns gelte er inzwischen als Rückgangsart. Die Ursachen seien bekannt: immer mehr versiegelte Flächen, ausgeräumte Landschaften, Pestizideinsatz, der Verlust strukturreicher Gärten und Grünflächen sowie zusätzliche Gefahren im Siedlungsraum – vom Straßenverkehr über Mähroboter bis hin zu ungesicherten Schächten.

Für Büchler steht fest, dass der Schutz des Igels weit über den Schutz einer einzelnen Tierart hinausgeht. „Wo der Igel keinen Lebensraum mehr findet, stimmt oft auch für viele andere Arten etwas nicht mehr. Der Igel ist ein Gradmesser dafür, wie naturfreundlich unsere Umgebung noch ist.“ Deshalb gehe es nicht nur um Auffangstationen, sondern ebenso um igelfreundliche Gärten, naturnahe Grünflächen, weniger Pestizide und mehr Rückzugsräume in Städten und Dörfern.

Besonders am Herzen liegt den Abgeordneten das ehrenamtliche Engagement. Viele Bürgerinnen und Bürger, Initiativen und Wildtierstationen leisten bereits wertvolle Arbeit, arbeiten aber oft an der Belastungsgrenze. „Es kann nicht sein, dass engagierte Menschen, die verletzte oder geschwächte Tiere versorgen, vom Staat mit warmen Worten abgespeist werden. Dieses Engagement braucht endlich verlässliche Förderung und fachliche Unterstützung. Deshalb braucht es eine Millionenoffensive in Bayern “, so die Abgeordneten.

Genau dafür seien die zusätzlichen Mittel gedacht – für Aufklärung, Schulungen, kommunale Maßnahmen und die bessere Vernetzung bestehender Hilfsangebote.

Aus Sicht der Abgeordneten ist der Handlungsbedarf akut: „Wenn wir jetzt nicht gegensteuern, wird der Igel in vielen Gegenden immer seltener werden. Artenschutz beginnt nicht irgendwann, sondern genau jetzt – vor unserer Haustür.“

Antrag

Namentliche Abstimmungsliste