Werdenfelsbahn: Alternative zum Auto

Rede im Bayerischen Landtag vom 21. Juli 2021

An kaum einer Stelle ist die verfehlte Verkehrspolitik in Deutschland und Bayern so kompakt gebündelt wie zwischen München und Starnberg. Die Pendelstrecke vieler Menschen wird durch überfüllte und verspätete Züge zu einem ganz eigenen Erlebnis. Und auch an Wochenenden und Feiertagen sind durch den Tagestourismus per Auto Staus, zugeparkte Rettungswege und entnervte Einheimische kein Wunder stellt Markus Büchler, Sprecher für Verkehrspolitik der grünen Fraktion bei seiner Rede im Bayerischen Landtag fest.

Wie die CSU auf noch mehr Straßenbau zu setzten, Tunnel und Umfahrungen von Starnberg über Weilheim, Murnau, Oberau und Garmisch für 1–2 Milliarden Euro zu bauen hat absehbare Konsequenzen: Das bedeutet, dass damit noch mehr PKW-Ausflugsverkehr ins Werdenfels gebracht wird und noch mehr Pendelverkehr in die Stadt München.

Die Lösung für die Region ist es aber, weniger Autos und nicht mehr Autos in der Region zu haben, um Luft und Sicherheit und Lebensqualität zu verbessern. Das geht, wie es Nachbarland für die Zukunft vormacht. Tirol und Österreich will keine Straßen mehr, sondern die Bahn ausbauen. Konkret wird ein Schienentunnel vom Ehrwalder Becken hinunter ins Inntal Richtung Innsbruch gebaut.

„Österreich setzt auf die Bahn – und wir kommen mit dem Auto daher? Wie wärs, wenn Sie sich, anstatt mit dem Landeshauptmann Platter über die Transitpolitik verbal zu raufen, mal an einen Tisch setzen und gemeinsam anpacken? Auf meine Anfrage zum Plenum sagen Sie nur, wir wissen nix, wer weiß, ob das wirklich kommt, wir schauen erstmal zu und warten, was passiert. Wie beim Brenner verschwenden Sie wertvolle Zeit, als gäbe es keine Klimakrise und keine Notwendigkeit einer Verkehrswende — es ist zum Schämen!“

Die Staatsregierung hat beim Bund angemeldet, was sie sich für den Bundesverkehrswegeplan wünscht — und es ist mit der B2 eine weitere Straße, nicht die Werdenfelsbahn. Dies sieht Markus Büchler als beispielhaft für verfehlte, Verkehrspolitik und appelliert:

„Lassen Sie den Ausbau der B2 bleiben, nehmen Sie das Geld und stecken es in die marode, eingleisige völlig überlastete Bahn! Damit Beschäftigte zuverlässig und komfortabel in die Arbeit kommen und Ausflügler*innen mit der Bahn kommen und das Werdenfels aufatmen kann.“

Dr. Markus Büchler, MdL am 21. Juli 2021 im Bayerischen Landtag zur Werdenfelsbahn

Am 13. Juli war Dr. Markus Büchler selbst vor Ort, um die Situation der Werdenfelsbahn und des Straßenausbaus zu begutachten.

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