Zum 35. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe

Auf einen Schlag war es vorbei mit Radlfahren. Das war plötzlich gefährlich. Ich war 13 und erinnere mich an meine Angst, vor dem Fernseher sitzend, rätselnd, was passiert ist und wie es weitergeht. Wie wir heute lernen, was R-Wert und Inzidenz sind, so lernten wir damals Becquerel und Isotope.
Mich hat Tschernobyl zutiefst geprägt und politisiert. Für mehr Umweltschutz und Bürgerrechte. Damals wurde vertuscht, verschleiert und gelogen. Die Sowjets wollten den Super-GAU verschweigen. Die Atompartei CSU ließ ihren Umweltminister vor laufender Kamera radioaktive Molke trinken anstatt zu erklären, wie man sich schützt.
Ich war 1995 in Weißrußland in der verstrahlten Zone, habe bei Hilfsprojekten als Übersetzer mitgewirkt. Auf dem Reaktorgelände habe ich 2010 eine Fotodoku erstellt und damit auf 100 Grünen Veranstaltungen für den Atomausstieg geworben. Atomausstieg jetzt – weltweit!

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