Von rund 20 Vollzeitstellen in der Beratung können derzeit vier nicht nachbesetzt werden. Die Folgen sind unmittelbar spürbar: weniger Beratungsangebote in München, Landshut, Kempten, Hof, Bamberg und Amberg. Bis zum Jahresende droht ein Abbau von bis zu 7,5 Vollzeitstellen – rund 20 Prozent der institutionellen Beratungskapazität.
Claudia Köhler erklärt: „Die Kürzungen bei der Verbraucherzentrale Bayern treffen auch die Bürger*innen im Landkreis München, wenn in München Beratungsangebote abgebaut werden müssen. Gerade in Zeiten steigender Energiepreise, immer komplexerer Vertragsbedingungen und zunehmender Online-Betrugsfälle sind die Menschen auf eine verlässliche, unabhängige Beratung angewiesen.“
Dr. Markus Büchler unterstreicht: „Wenn in München Stellen wegfallen, bedeutet dies längere Wartezeiten und weniger persönliche Ansprechpartner. Der Bedarf hingegen steigt, vor allem auch in den neueren digitalen Feldern wie dem Thema Künstliche Intelligenz – das dürfen wir nicht hinnehmen.“
Die Verbraucherzentrale Bayern steht im Jahr 2026 vor erheblichen Herausforderungen. Stagnierende Zuwendungen aus dem bayerischen Landeshaushalt bei gleichzeitig deutlich steigenden Kosten gefährden zentrale Aufgaben des Verbraucherschutzes – mit spürbaren Folgen für die Menschen im Freistaat.
Besonders angespannt ist die Lage im Bereich Recht und Digitales. Hier werden komplexe Abmahnungen und Klagen geführt – allerdings nur noch eingeschränkt. Die bislang vom Umwelt- und Verbraucherschutzministerium bereitgestellten 45.000 Euro für Prozesskosten reichen bei weitem nicht mehr aus, um größere Verfahren, etwa gegen marktbeherrschende Online-Plattformen, zu führen.
Ohne zusätzliche Mittel droht die Einstellung wichtiger Klagen. Damit verlieren Verbraucherinnen und Verbraucher ihre wichtigste unabhängige Instanz, wenn Unternehmen gegen geltendes Recht verstoßen. „Die Finanzierung der Verbraucherberatung muss an die tatsächlichen Kostenentwicklungen und Tarifsteigerungen angepasst werden.“ fordern die Abgeordneten.