Deutschlandtakt: Vier Gleise für die S4-West

Beratung im Verkehrsausschuss des Bayerischen Landtags

Pressemitteilung, 24.10.2021

Die Landtags-Grünen fordern in einem Dringlichkeitsantrag (siehe unten), der am kommenden Dienstag, 26.10.2021, im Verkehrsausschuss verhandelt wird, möglichst schnell den viergleisigen Ausbau anstatt des dreigleisigen Ausbaus der Strecke wieder in die Planung aufzunehmen und zu realisieren.

Hintergrund: Im Rahmen des Deutschland-Taktes ist am 18.08.2021 für die S4-West der viergleisige Ausbau Pasing–Eichenau in die Bundesverkehrswegeplanung (BVWP) aufgenommen worden. Die Kosten-Nutzen-Berechnung für die Maßnahmen zum Deutschlandtakt fällt mit dem Faktor 1,4 eindeutig positiv aus. Der Ausbau auch dieser Strecke wird somit als vordringliches Projekt definiert.

Diese Maßnahme ist für die Nutzer*innen des ÖPNVs im Einzugsgebiet dieser Strecke bis ins Allgäu essentiell. Damit wird das lang bestehende Nadelöhr einer der meistbefahrenen Strecken (Fern-, Regional-, Güter- und S-Bahn-Verkehr) im Münchner S-Bahn Gebiet endlich aufgeweitet und ein zukunftsfähiges Mobilitätsangebot für die westliche Metropolregion München, das Allgäu und bis in die Schweiz hinein geschaffen werden.

Dr. Markus Büchler, MdL, Sprecher für Mobilität der Landtags-Grünen:

„Der betrieblich eh sehr unbefriedigende – unverständlicherweise vom StMB verfolgte – dreigleisige Ausbau ist damit obsolet. Nur mit vier Gleisen funktioniert der Deutschlandtakt. Nur mit vier Gleisen kann die Strecke zukunftsfähig und betriebsstabil ausgebaut werden. Nur mit vier Gleisen können mehr Züge pünktlich von München über Fürstenfeldbruck, Geltendorf, Kaufering und Buchloe weiter ins Allgäu und in die Schweiz fahren. Nur mit vier Gleisen gelingt die Mobilitätswende und der Umstieg auf die Schiene zum Erreichen der Klimaziele. Wenn man jetzt gleich den viergleisigen Ausbau in einem Stück plant und baut, geht das auch wesentlich schneller, als wenn man erst ein zusätzliches Gleis plant und baut und dann später noch einmal ein zusätzliches Gleis plant und baut. Das wäre auch mit weniger baustellenbedingten Beeinträchtigungen wie Streckensperrungen oder Schienenersatzverkehren und insgesamt geringeren Gesamtkosten verbunden.“

Gabriele Triebel, MdL, regionale Betreuungsabgeordnete, ergänzt: „Der Ausbau S4-West muss nun endlich der S-Bahn, dem Fernverkehr und dem Regionalverkehr dienen, für alle Nutzer*innen der Bahn (Fern-, Regio- und S-Bahn) muss es Verbesserungen geben. Denn: Im zukunftsgerechten Ausbau liegen große Entwicklungschancen der westlichen oberbayerischen Region und des Allgäu.“

In einem offenen Brief an StMin Kerstin Schreyer hatten die Abgeordneten, unterstützt von zahlreiche Grünen, bereits am 1.9.2021 folgende Ziele eingefordert, um die derzeit geplanten massiven Angebotsrückgänge und Qualitätsverschlechterungen schnellstmöglich abzuwenden:

  1. Schnellstmögliche Umsetzung eines zielführenden viergleisigen Ausbaus der S4-West
  2. Stundentakt umsteigefreier Regionalzüge von München über Kempten (baldmögliche Rücknahme der ab 12.12.2021 geplanten Verschlechterungen)
  3. Mindestens Zwei-Stunden-Takt umsteigefreier Regionalzüge von München über Marktoberdorf nach Füssen wie bisher (baldmögliche Rücknahme der ab 12.12.2021 geplanten Verschlechterungen)
  4. Halt der Regionalzüge in Kaufering und Geltendorf wie bisher (Beibehaltung der schnellen Direktverbindungen nach München und ins Allgäu)
  5. Baldmögliche Einführung eines 10-Minuten-Takts auf der S4-West
  6. EuroCity-Stundentakt München – Zürich gemäß Schweizer Planung (STEP 2035 ab 10.12.2034) und im Sinne des deutsch-schweizer Abkommens vom 25.08.2021 zur Stärkung des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs analog zu anderen internationalen Verbindungen
  7. Realisierung einer hohen Pünktlichkeit und Betriebsstabilität
  8. Einsatz von elektrischen und batterieelektrischen Zügen im Allgäu für einen wirtschaftlich und ökologisch tragfähigen Bahnbetrieb.

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