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Schienen-Elektrifizierung zu langsam

Markus Büchler: Rascher und ambitionierter Fahrplan für den Diesel-Ausstieg nötig!

PRESSEMITTEILUNG. München, 18.10.2021. Am Dienstag, den 12. Oktober, gab es bei der Verkehrsausschuss-Sitzung im Bayerischen Landtag eine Aussprache zum Bericht des Staatsministerium Wohnen, Bau und Verkehr (vom 16.9.2021) über die Elektrifizierungsoffensive für den Schienenpersonennahverkehr in Bayern (den Bericht und die Studie der TU Dresden zu Diesel-Alternativen siehe unten).

Hierzu sagt Dr. Markus Büchler, MdL, Sprecher für Mobilität der Landtags-Grünen:

„Die ‚Elektrifizierungsoffensive‘ des Freistaats Bayern ist keine Offensive, sondern eine verheerende Defensive. Anders als andere Bundesländer treibt Bayern die Elektrifizierung des Schienennetzes für seinen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) nicht voran, sondern begnügt sich noch bis weit ins nächste Jahrzehnt mit schmutzigem Dieselbetrieb.

Während andere Länder wie Baden-Württemberg durch eigenes Engagement bereits auf einen Anteil von 70 Prozent des Streckennetzes mit elektrischer Oberleitung geklettert sind, verharrt Bayern bei 50 Prozent, was deutlich unter dem Bundesschnitt von 60 Prozent und sogar unter dem EU-Schnitt von 54 Prozent liegt. Baden-Württemberg zieht hierfür umfangreiche Bundesmittel des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) ins ‚Ländle‘, indem es mit eigenen Landesmitteln kofinanziert. Bayern hingegen ist bislang nicht bereit, für einen sauberen und modernen Schienenverkehr stärker in die eigene Tasche zu greifen und verweist auf die Zuständigkeit des leider weitgehend untätigen Bundes.

Dabei sind elektrische Fahrzeuge nicht nur besser für Umwelt und Klima, sondern auch für Anwohnende und Fahrgäste. Denn elektrische Fahrzeuge sind viel leiser, vibrationsärmer, beschleunigen schneller und ermöglichen so schnellere Verbindungen und bessere Takte.

Dort, wo nicht kurzfristig elektrifiziert werden kann, bieten schon heute Akku- oder Akku-Hybrid-Züge wirtschaftliche und ökologische Alternativen, wie eine aktuelle Studie der TU Dresden, im Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) und somit der bayerischen Staatsregierung erstellt, beweist.

Ich fordere von der Staatsregierung einen raschen und ambitionierten Fahrplan für den Diesel-Ausstieg im bayerischen SPNV und die Einstellung von Haushaltsmitteln zur Kofinanzierung von Elektrifizierung beziehungsweise Umstellung auf alternative emissionsfreie Fahrzeuge. Mit einer schriftlichen Anfrage an die Staatsregierung fragen wir nun Details zu den Elektrifizierungsplänen in den einzelnen Regierungsbezirken ab.“

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