Forschungs-Atomreaktor schnellstmöglich umrüsten

Pressemitteilung

Keine Wiederinbetriebnahme ohne Umrüstung

„Der überraschende und erfreuliche Stillstand des Garchinger Forschungsreaktors (FRM) auf unbestimmte Zeit muss jetzt für die seit langem international geforderte Umrüstung genutzt werden.“

Dies fordert der Münchner Abgeordnete Markus Büchler angesichts der bekannt gewordenen Transportprobleme der Reaktorbetreiber (Süddeutsche Zeitung, 13. Juni 2019). Der im Dezember 2018 geplanter Transport von frischen Brennelementen konnte wohl wegen Unstimmigkeiten zwischen deutschen und französischen Spediteuren und den jeweiligen nationalen Genehmigungsbehörden nicht durchgeführt werden. „Ohne frische Brennelemente ist eine Wiederinbetriebnahme derzeit nicht absehbar. Das heißt: Jetzt schnellstmöglich umrüsten!“

Die Möglichkeit der Umrüstung auf Brennelemente mit einer Anreicherung von weniger als 50 Prozent ist technisch möglich* „und vor allem dringend notwendig“, so Markus Büchler. Der Reaktor wird seit Beginn mit hoch angereichertem und damit atomwaffenfähigem Uran betrieben (ca. 93 Prozent). Deshalb weigern sich die USA Brennstoff nach Garching zu liefern. Das verwendete Uran kommt derzeit aus Russland, das dort nach neuesten Informationen sogar extra für den FRM II produziert wird. „Die Genehmigung des Reaktors sah eine Umrüstungsverpflichtung auf unter 50 Prozent bis Ende 2010 vor. Es wird jetzt höchste Zeit: Der Reaktor darf nicht wieder in Betrieb gehen ohne die längst überfällige Umrüstung.“

Markus Büchler fordert die TU München auf, ihre sture Verweigerungshaltung aufzugeben und gemeinsam mit dem Freistaat Bayern die Umrüstung des Garchinger Forschungsreaktors anzugehen. Zudem müssen die Umstände des Stillstands und der absurden Transportprobleme geklärt werden: „Wir Landtags-Grüne werden die Vorgänge rund um den Garchinger Reaktor im Bayerischen Landtag zur Sprache bringen.“

* Das zeigten nicht zuletzt Vorträge eines TU-Mitarbeiters, beispielsweise auf der jährlich stattfindenden Tagung zur Abreicherung von Forschungsreaktoren (RERTR).

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